Auf einen Blick: Wer mit silikogenem Staub umgeht — Quarzfeinstaub aus Naturstein, Beton, Klinker, Gießerei-Sanden oder Schamottauskleidungen — fällt unter die arbeitsmedizinische Pflicht- oder Angebotsvorsorge nach ArbMedVV (DGUV E SIS). Quarzfeinstaub ist krebserzeugend Kategorie 1A (TRGS 906). Schutzziel: Früherkennung von Silikose, Lungenkrebs (BK 4112), staubbedingter COPD (BK 4111) sowie Tuberkulose-Risikobeobachtung. Nach Ende der Tätigkeit besteht Anspruch auf nachgehende Vorsorge über das DGUV-Portal — wegen Latenzen von 15+ Jahren bis zur Silikose-Manifestation.

Die Quarzstaub-Vorsorge ist die arbeitsmedizinische Vorsorge für alle Beschäftigten, die gegenüber silikogenem Staub exponiert sind. Sie ist im DGUV-Empfehlungswerk unter dem Kürzel E SIS geregelt (Fassung Januar 2022) und in die ArbMedVV-Systematik aus Pflicht-, Angebots-, Wunsch- und nachgehender Vorsorge eingebettet. Schutzziel ist die Früherkennung quarzstaubbedingter Erkrankungen — primär die Silikose, staubbedingte COPD/Emphysem sowie Lungenkrebs bei nachgewiesener Silikose.
Silikogener Staub bezeichnet alveolengängigen A-Staub mit kristallinem Siliziumdioxid (SiO₂) — in den Modifikationen Quarz, Cristobalit oder Tridymit. Bereits 1–2 Massen-% Quarzgehalt im A-Staub können eine silikogene Wirkung haben. Der Beurteilungsmaßstab nach TRGS 559 liegt bei 0,05 mg/m³ A-Staub-Quarzanteil (50 µg/m³).
Wirtschaftliche Schwerpunkte: Steinmetz-/Natursteinbetriebe, Bauwirtschaft, Tunnel-/Stollenbau, Eisen-/Stahlgießereien, Keramik-/Glasindustrie, Zahntechnik.
Die Quarzstaub-Vorsorge ist in der ArbMedVV geregelt — Anhang Teil 1 Nr. 1 in Verbindung mit § 11 GefStoffV für krebserzeugende Stoffe Kategorie 1A/1B. Die DGUV Empfehlung „Silikogener Staub“ (E SIS, Fassung Januar 2022) konkretisiert die fachärztliche Durchführung.
| Regelwerk | Inhalt |
|---|---|
| ArbMedVV Anh. Teil 1 Nr. 1 | Pflicht-/Angebotsvorsorge bei Gefahrstoffen |
| TRGS 559 | Mineralischer Staub — Schutzpaket Quarz, Beurteilungsmaßstab 50 µg/m³ |
| TRGS 906 | Quarz/Cristobalit: krebserzeugend Kat. 1A/1B |
| TRGS 910 | Risikobezogenes Maßnahmenkonzept für CMR-Stoffe |
| AMR 11.1 | CMR-Vorsorge-Abweichungen |
| BKV | BK 4101, 4102, 4111, 4112 |
Wichtig: Der Beurteilungsmaßstab Quarz (50 µg/m³) ist kein „Abschneidekriterium“ — Vorsorge ist immer zu veranlassen bzw. anzubieten, wenn eine Quarzfeinstaub-Exposition stattfindet. Die TRGS 559 fordert ergänzend ein Substitutionsgebot und eine Hierarchie technischer Maßnahmen vor PSA.
Die ArbMedVV unterscheidet drei Vorsorgearten plus die für silikogenen Staub besonders kritische nachgehende Vorsorge.
Bei Tätigkeiten mit silikogenem Staub, wenn eine wiederholte Exposition nicht ausgeschlossen werden kann. Praktisch alle regelmäßigen Tätigkeiten in Steinmetzbetrieben, Naturstein-Verarbeitung, Tunnelvortrieb, Sandstrahlen, Eisengießerei, keramische Aufbereitung.
Wenn Exposition nicht ausgeschlossen werden kann und keine Pflichtvorsorge zu veranlassen ist — etwa bei dokumentiert geringer Exposition (geschlossene Systeme, VSK-Verfahren).
Nach dem Ausscheiden ist nachgehende Vorsorge anzubieten. Wegen der 15+ Jahre Latenz bis zur Silikose-Manifestation ist dies der wichtigste Schutz. Anmeldung über www.dguv-vorsorge.de bei jedem Austritt.
| Vorsorgeart | Erstvorsorge | 1. Nachvorsorge | Folgevorsorgen |
|---|---|---|---|
| Pflichtvorsorge | vor Aufnahme | nach 12 Monaten | alle 36–60 Monate |
| Angebotsvorsorge | vor Aufnahme | 24–36 Monate | 36–60 Monate |
| Nachgehende Vorsorge | innerhalb 12 Mon. nach Ausscheiden | 36 Monate | alle 3 Jahre |
Praxis: Häufigster Fehler: Die Anmeldung über dguv-vorsorge.de beim Austritt wird übersehen. Damit verliert der Beschäftigte den Anspruch auf nachgehende Vorsorge — und im BK-Fall fehlt die lückenlose Dokumentation.
Druckluft-Strahlarbeiten mit trockenen quarzhaltigen Strahlmitteln (höchstes Risiko), Einbringen/Ausbrechen von Schamotte aus Öfen, Brechen/Mahlen/Klassieren quarzhaltiger Materialien, Estrich-/Betonschleifen mit sichtbarer Staubentwicklung, Trockenschneiden, Abbruch ohne Staubniederschlagung, Vortriebsarbeiten unter Tage, Gussputzen in Gießereien.
SiO₂-Partikel werden im Alveolarbereich von Makrophagen phagozytiert; deren Untergang setzt Partikel frei und perpetuiert die Entzündungsreaktion. Es entstehen knötchenförmige Bindegewebsneubildungen — die klassischen Silikoseknötchen. Klinisch beschwerdefrei oft 15+ Jahre, dann Atemnot, Husten, Auswurf.
BK-Ziffern: BK 4101 (Silikose), BK 4102 (Siliko-Tuberkulose), BK 4111 (COPD/Emphysem Bergleute ≥ 100 Feinstaubjahre), BK 4112 (Lungenkrebs bei nachgewiesener Silikose).
1. Steinmetz-/Naturstein-/Bauwirtschaft: Trockenbearbeitung von Granit, Sandstein, Quarzit. Kombiniert hohe Quarzexposition mit Lärm und Vibration — mehrgleisige Vorsorgeanlässe.
2. Tunnel- und Stollenbau: Vortriebsarbeiten in quarzhaltigem Gestein, Spritzbeton-Auftrag, Bohren ohne Wasserspülung. Historisch der Hochrisiko-Klassiker.
3. Eisen- und Stahl-Gießereien: Entformen/Entkernen von Sandformen, Gussputzen, Brennschneiden sandbehafteter Gussstücke. Mischstaub-Pneumokoniosen sind hier der Regelfall.

Krebserzeugende Wirkung klar adressieren, Beurteilungsmaßstab 50 µg/m³ erklären, Schutzmaßnahmen-Hierarchie (Substitution → Technik → Organisation → PSA), Atemschutz-Auswahl (FFP3, P3-Vollmaske), Tabakentwöhnung wegen Synergie Tabak+Quarz, Information über nachgehende Vorsorge.
Vorerkrankungen Lunge (COPD, Asthma, Tuberkulose, Sarkoidose), Systemerkrankungen (RA → Caplan-Syndrom), Tabakkonsum detailliert mit Pack-Years, frühere Quarzstaub-Tätigkeiten (kumulative Dosis), Beschwerden.
Zentrales Element: Spirometrie nach DGUV-Anhang 1. FVC, FEV1, Tiffeneau-Index, MEF50/25, Fluss-Volumen-Kurve. Bei Auffälligkeiten: Bronchospasmolyse, Ganzkörperplethysmographie, ggf. DLCO.
Röntgen-Thorax p.a. nicht generell Pflicht — indiziert typischerweise erst nach 10–15 Jahren Exposition oder bei klinischem Verdacht. Befundung nach ILO-Klassifikation. Bei unklarem Befund: Low-Dose-Volumen-HRCT nach ICOERD-Klassifikation.
Entfällt — derzeit keine validierte Methode. Labor nur indikationsbezogen (Quantiferon bei TBC-Verdacht).

Die Quarzstaub-Vorsorge ist in der ArbMedVV geregelt — Anhang Teil 1 Nr. 1 in Verbindung mit § 11 GefStoffV für krebserzeugende Stoffe Kategorie 1A/1B. Die DGUV Empfehlung „Silikogener Staub“ (E SIS, Fassung Januar 2022) konkretisiert die fachärztliche Durchführung.
| Regelwerk | Inhalt |
|---|---|
| ArbMedVV Anh. Teil 1 Nr. 1 | Pflicht-/Angebotsvorsorge bei Gefahrstoffen |
| TRGS 559 | Mineralischer Staub — Schutzpaket Quarz, Beurteilungsmaßstab 50 µg/m³ |
| TRGS 906 | Quarz/Cristobalit: krebserzeugend Kat. 1A/1B |
| TRGS 910 | Risikobezogenes Maßnahmenkonzept für CMR-Stoffe |
| AMR 11.1 | CMR-Vorsorge-Abweichungen |
| BKV | BK 4101, 4102, 4111, 4112 |
Wichtig: Der Beurteilungsmaßstab Quarz (50 µg/m³) ist kein „Abschneidekriterium“ — Vorsorge ist immer zu veranlassen bzw. anzubieten, wenn eine Quarzfeinstaub-Exposition stattfindet. Die TRGS 559 fordert ergänzend ein Substitutionsgebot und eine Hierarchie technischer Maßnahmen vor PSA.
Die ArbMedVV unterscheidet drei Vorsorgearten plus die für silikogenen Staub besonders kritische nachgehende Vorsorge.
Bei Tätigkeiten mit silikogenem Staub, wenn eine wiederholte Exposition nicht ausgeschlossen werden kann. Praktisch alle regelmäßigen Tätigkeiten in Steinmetzbetrieben, Naturstein-Verarbeitung, Tunnelvortrieb, Sandstrahlen, Eisengießerei, keramische Aufbereitung.
Wenn Exposition nicht ausgeschlossen werden kann und keine Pflichtvorsorge zu veranlassen ist — etwa bei dokumentiert geringer Exposition (geschlossene Systeme, VSK-Verfahren).
Nach dem Ausscheiden ist nachgehende Vorsorge anzubieten. Wegen der 15+ Jahre Latenz bis zur Silikose-Manifestation ist dies der wichtigste Schutz. Anmeldung über www.dguv-vorsorge.de bei jedem Austritt.
| Vorsorgeart | Erstvorsorge | 1. Nachvorsorge | Folgevorsorgen |
|---|---|---|---|
| Pflichtvorsorge | vor Aufnahme | nach 12 Monaten | alle 36–60 Monate |
| Angebotsvorsorge | vor Aufnahme | 24–36 Monate | 36–60 Monate |
| Nachgehende Vorsorge | innerhalb 12 Mon. nach Ausscheiden | 36 Monate | alle 3 Jahre |
Praxis: Häufigster Fehler: Die Anmeldung über dguv-vorsorge.de beim Austritt wird übersehen. Damit verliert der Beschäftigte den Anspruch auf nachgehende Vorsorge — und im BK-Fall fehlt die lückenlose Dokumentation.
Druckluft-Strahlarbeiten mit trockenen quarzhaltigen Strahlmitteln (höchstes Risiko), Einbringen/Ausbrechen von Schamotte aus Öfen, Brechen/Mahlen/Klassieren quarzhaltiger Materialien, Estrich-/Betonschleifen mit sichtbarer Staubentwicklung, Trockenschneiden, Abbruch ohne Staubniederschlagung, Vortriebsarbeiten unter Tage, Gussputzen in Gießereien.
SiO₂-Partikel werden im Alveolarbereich von Makrophagen phagozytiert; deren Untergang setzt Partikel frei und perpetuiert die Entzündungsreaktion. Es entstehen knötchenförmige Bindegewebsneubildungen — die klassischen Silikoseknötchen. Klinisch beschwerdefrei oft 15+ Jahre, dann Atemnot, Husten, Auswurf.
BK-Ziffern: BK 4101 (Silikose), BK 4102 (Siliko-Tuberkulose), BK 4111 (COPD/Emphysem Bergleute ≥ 100 Feinstaubjahre), BK 4112 (Lungenkrebs bei nachgewiesener Silikose).
1. Steinmetz-/Naturstein-/Bauwirtschaft: Trockenbearbeitung von Granit, Sandstein, Quarzit. Kombiniert hohe Quarzexposition mit Lärm und Vibration — mehrgleisige Vorsorgeanlässe.
2. Tunnel- und Stollenbau: Vortriebsarbeiten in quarzhaltigem Gestein, Spritzbeton-Auftrag, Bohren ohne Wasserspülung. Historisch der Hochrisiko-Klassiker.
3. Eisen- und Stahl-Gießereien: Entformen/Entkernen von Sandformen, Gussputzen, Brennschneiden sandbehafteter Gussstücke. Mischstaub-Pneumokoniosen sind hier der Regelfall.
Krebserzeugende Wirkung klar adressieren, Beurteilungsmaßstab 50 µg/m³ erklären, Schutzmaßnahmen-Hierarchie (Substitution → Technik → Organisation → PSA), Atemschutz-Auswahl (FFP3, P3-Vollmaske), Tabakentwöhnung wegen Synergie Tabak+Quarz, Information über nachgehende Vorsorge.
Vorerkrankungen Lunge (COPD, Asthma, Tuberkulose, Sarkoidose), Systemerkrankungen (RA → Caplan-Syndrom), Tabakkonsum detailliert mit Pack-Years, frühere Quarzstaub-Tätigkeiten (kumulative Dosis), Beschwerden.
Zentrales Element: Spirometrie nach DGUV-Anhang 1. FVC, FEV1, Tiffeneau-Index, MEF50/25, Fluss-Volumen-Kurve. Bei Auffälligkeiten: Bronchospasmolyse, Ganzkörperplethysmographie, ggf. DLCO.
Röntgen-Thorax p.a. nicht generell Pflicht — indiziert typischerweise erst nach 10–15 Jahren Exposition oder bei klinischem Verdacht. Befundung nach ILO-Klassifikation. Bei unklarem Befund: Low-Dose-Volumen-HRCT nach ICOERD-Klassifikation.
Entfällt — derzeit keine validierte Methode. Labor nur indikationsbezogen (Quantiferon bei TBC-Verdacht).
Maßgebliche Befunde: erhebliche Störungen der Lungenfunktion, chronische Bronchitis, COPD, Emphysem, röntgenologisch fassbare Staublungen, fibrotische/granulomätose Veränderungen, Tumoren der Lunge, aktive/inaktive Tuberkulose, Herzinsuffizienz, Brustkorb-Deformitäten mit Atemwirkung.
Beurteilung in vier Stufen (E SIS): keine Maßnahmen → Maßnahmen empfohlen → verkürzte Fristen → Tätigkeitswechsel zu erwägen.
Gemäß AMR 6.3: Vorsorgebescheinigung mit Anlass und nächstem Termin — keine Diagnose, keine Befunde, kein Eignungsurteil. ILO-Codierungen unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht.
Fristen: Folgevorsorgen alle 36–60 Monate (AMR 2.1), bei Auffälligkeiten verkürzt. Nachgehende Vorsorge i.d.R. alle 3 Jahre.
1. Gefährdungsbeurteilung als Anker. Nach TRGS 559 systematisch nach Tätigkeit, Material, Verfahren und Schutzpaket einstufen.
2. Substitutionsgebot ernst nehmen. Olivin-/Korundsand statt Quarzsand bei Strahlarbeiten; gebundene Schamotte statt loser Stampfmasse.
3. Wasser, Absaugung, Kapselung. Bedüsung an Trennscheiben, Wasserspülung an Bohrhämmern, abgesaugte Maschinen (Klasse M/H). PSA ist letzte Stufe.
4. Anmeldung dguv-vorsorge.de bei jedem Austritt. Pflicht-Workflow im HR: Die IAAI übernimmt diesen Schritt für ihre Kunden.
5. Tabakentwöhnungsangebot. Tabakrauch und Quarzfeinstaub potenzieren das Lungenkrebsrisiko multiplikativ.
6. Vorsorgekartei nach § 3 ArbMedVV lückenlos — Verstöße ordnungswidrig, bis 5.000 € je Fall.
7. Mutterschutz konsequent. Quarzfeinstaub-Exposition Kat. 1A/1B für Schwangere/Stillende grundsätzlich unzulässig.
8. Fristen-Tracker. IAAI-Kunden erhalten automatisierte Fristerinnerungen inkl. DGUV-Vorsorge-Anmelde-Trigger und Spirometrie-Reminder.
Vor der Vorsorge: Aktuelle Gefährdungsbeurteilung anfordern, TRGS-559-Schutzpaket erfragen, Arbeitsplatzbegehung (Trockenbearbeitung vs. Nassverfahren, Absaughauben).
Eingangsberatung: Krebserzeugende Wirkung klar adressieren — kein „Naturstaub-ist-harmlos“-Mythos. Pack-Years erfragen, Tabakentwöhnung anbieten. Nachgehende Vorsorge erklären.
Untersuchung: Spirometrie nach DGAUM-/Atemwegsliga-Standards (GLI-2012-Referenzwerte). Bei obstruktivem Befund: Bronchospasmolyse, Ganzkörperplethysmographie, DLCO. Röntgen p.a. nicht generell — ILO-Codierung nur durch zertifizierte Befunder.
Beurteilungsfallen: Mischstaub-Pneumokoniosen häufiger als „reine“ Silikose. Tuberkulose-Reaktivierung bei Silikose beachten (Quantiferon). Caplan-Syndrom (Pneumokoniose + RA) abgrenzen. BK 4111 nur Steinkohlenbergbau, BK 4112 nur bei nachgewiesener Silikose.
Dokumentation: Vorsorgekartei vollständig. Bei Austritt: dguv-vorsorge.de-Anmeldung prüfen. Spirometrie-Werte mit Datum, Gerät, Referenz.
Der Arbeitgeber trägt die Kosten (ArbMedVV). Nachgehende Vorsorge nach Ausscheiden organisiert das DGUV-Vorsorge-Portal — finanziert über die Unfallversicherungsträger.
Ja. Die Eingangsberatung bleibt aber Pflichtbestandteil der Pflichtvorsorge — ohne sie gilt die Vorsorge als nicht stattgefunden.
Ordnungswidrigkeit nach § 11 ArbMedVV — Bußgelder bis 5.000 € je Fall. Im BK-Fall droht Regress des Unfallversicherungsträgers.
Fachärzte für Arbeitsmedizin oder Ärzte mit Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin (§ 7 ArbMedVV). ILO-Befundung ist Spezialqualifikation.
Erfahrungsgemäß erst nach 10–15 Jahren Exposition oder bei klinischem Verdacht. Erstuntersuchung allein ist keine Indikation — § 83 StrlSchG.
TRGS 559 setzt 0,05 mg/m³ A-Staub-Quarzanteil. Kein AGW, keine Akzeptanz-/Toleranzkonzentration — Vorsorge ist immer zu veranlassen, wenn Exposition stattfindet.
Vier: BK 4101 (Silikose), BK 4102 (Siliko-Tuberkulose), BK 4111 (COPD Bergleute Steinkohle), BK 4112 (Lungenkrebs bei Silikose).
ILO ≥ 1/1 oder Schwielen A/B/C lösen die BK-Anzeige aus. Unfallversicherungsträger wird eingeschaltet, pneumologische Begutachtung veranlasst.
Nein. Quarzfeinstaub-Exposition Kat. 1A/1B ist für Schwangere und Stillende nach MuSchG grundsätzlich unzulässig.
Primärquelle: DGUV (Hrsg.): DGUV Empfehlungen, 2. Auflage September 2024, Empfehlung „Silikogener Staub“ (E SIS), Fassung Januar 2022, S. 566–610.
Rechtsgrundlagen: ArbMedVV, GefStoffV, MuSchG, ArbSchG, ASiG, DGUV Vorschrift 2.
Technische Regeln: TRGS 559, 906, 910, 900, 400/401/402, 500/555. AMR 2.1, 6.3, 11.1.
Fachliteratur: DGUV Quarzreport, Falkensteiner Empfehlung, Reichenhaller Empfehlung, ILO-Klassifikation 2011/2022, ICOERD, AWMF S2k-Leitlinie BK 4101, Merkblätter BK 4101/4102/4111/4112.
Die IAAI Arbeitssicherheit GmbH ist Ihr externer arbeitsmedizinischer und sicherheitstechnischer Dienst — vom Steinmetz-Familienbetrieb über den Tunnelbau-Generalunternehmer bis zur Eisengießerei. Wir betreuen über 80 Branchen mit Betriebsärzten und Fachkräften für Arbeitssicherheit. Vorsorgekartei digital inkl. DGUV-Vorsorge-Anmelde-Workflow, Spirometrie-Reminder und Fristerinnerungen.
Beratungsgespräch anfragenStand: 12. April 2026 · IAAI Arbeitssicherheit GmbH · Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Maßgeblich sind die in Abschnitt 10 genannten Quellen.
Maßgebliche Befunde: erhebliche Störungen der Lungenfunktion, chronische Bronchitis, COPD, Emphysem, röntgenologisch fassbare Staublungen, fibrotische/granulomätose Veränderungen, Tumoren der Lunge, aktive/inaktive Tuberkulose, Herzinsuffizienz, Brustkorb-Deformitäten mit Atemwirkung.
Beurteilung in vier Stufen (E SIS): keine Maßnahmen → Maßnahmen empfohlen → verkürzte Fristen → Tätigkeitswechsel zu erwägen.
Gemäß AMR 6.3: Vorsorgebescheinigung mit Anlass und nächstem Termin — keine Diagnose, keine Befunde, kein Eignungsurteil. ILO-Codierungen unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht.
Fristen: Folgevorsorgen alle 36–60 Monate (AMR 2.1), bei Auffälligkeiten verkürzt. Nachgehende Vorsorge i.d.R. alle 3 Jahre.
1. Gefährdungsbeurteilung als Anker. Nach TRGS 559 systematisch nach Tätigkeit, Material, Verfahren und Schutzpaket einstufen.
2. Substitutionsgebot ernst nehmen. Olivin-/Korundsand statt Quarzsand bei Strahlarbeiten; gebundene Schamotte statt loser Stampfmasse.
3. Wasser, Absaugung, Kapselung. Bedüsung an Trennscheiben, Wasserspülung an Bohrhämmern, abgesaugte Maschinen (Klasse M/H). PSA ist letzte Stufe.
4. Anmeldung dguv-vorsorge.de bei jedem Austritt. Pflicht-Workflow im HR: Die IAAI übernimmt diesen Schritt für ihre Kunden.
5. Tabakentwöhnungsangebot. Tabakrauch und Quarzfeinstaub potenzieren das Lungenkrebsrisiko multiplikativ.
6. Vorsorgekartei nach § 3 ArbMedVV lückenlos — Verstöße ordnungswidrig, bis 5.000 € je Fall.
7. Mutterschutz konsequent. Quarzfeinstaub-Exposition Kat. 1A/1B für Schwangere/Stillende grundsätzlich unzulässig.
8. Fristen-Tracker. IAAI-Kunden erhalten automatisierte Fristerinnerungen inkl. DGUV-Vorsorge-Anmelde-Trigger und Spirometrie-Reminder.
Vor der Vorsorge: Aktuelle Gefährdungsbeurteilung anfordern, TRGS-559-Schutzpaket erfragen, Arbeitsplatzbegehung (Trockenbearbeitung vs. Nassverfahren, Absaughauben).
Eingangsberatung: Krebserzeugende Wirkung klar adressieren — kein „Naturstaub-ist-harmlos“-Mythos. Pack-Years erfragen, Tabakentwöhnung anbieten. Nachgehende Vorsorge erklären.
Untersuchung: Spirometrie nach DGAUM-/Atemwegsliga-Standards (GLI-2012-Referenzwerte). Bei obstruktivem Befund: Bronchospasmolyse, Ganzkörperplethysmographie, DLCO. Röntgen p.a. nicht generell — ILO-Codierung nur durch zertifizierte Befunder.
Beurteilungsfallen: Mischstaub-Pneumokoniosen häufiger als „reine“ Silikose. Tuberkulose-Reaktivierung bei Silikose beachten (Quantiferon). Caplan-Syndrom (Pneumokoniose + RA) abgrenzen. BK 4111 nur Steinkohlenbergbau, BK 4112 nur bei nachgewiesener Silikose.
Dokumentation: Vorsorgekartei vollständig. Bei Austritt: dguv-vorsorge.de-Anmeldung prüfen. Spirometrie-Werte mit Datum, Gerät, Referenz.
Der Arbeitgeber trägt die Kosten (ArbMedVV). Nachgehende Vorsorge nach Ausscheiden organisiert das DGUV-Vorsorge-Portal — finanziert über die Unfallversicherungsträger.
Ja. Die Eingangsberatung bleibt aber Pflichtbestandteil der Pflichtvorsorge — ohne sie gilt die Vorsorge als nicht stattgefunden.
Ordnungswidrigkeit nach § 11 ArbMedVV — Bußgelder bis 5.000 € je Fall. Im BK-Fall droht Regress des Unfallversicherungsträgers.
Fachärzte für Arbeitsmedizin oder Ärzte mit Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin (§ 7 ArbMedVV). ILO-Befundung ist Spezialqualifikation.
Erfahrungsgemäß erst nach 10–15 Jahren Exposition oder bei klinischem Verdacht. Erstuntersuchung allein ist keine Indikation — § 83 StrlSchG.
TRGS 559 setzt 0,05 mg/m³ A-Staub-Quarzanteil. Kein AGW, keine Akzeptanz-/Toleranzkonzentration — Vorsorge ist immer zu veranlassen, wenn Exposition stattfindet.
Vier: BK 4101 (Silikose), BK 4102 (Siliko-Tuberkulose), BK 4111 (COPD Bergleute Steinkohle), BK 4112 (Lungenkrebs bei Silikose).
ILO ≥ 1/1 oder Schwielen A/B/C lösen die BK-Anzeige aus. Unfallversicherungsträger wird eingeschaltet, pneumologische Begutachtung veranlasst.
Nein. Quarzfeinstaub-Exposition Kat. 1A/1B ist für Schwangere und Stillende nach MuSchG grundsätzlich unzulässig.
Primärquelle: DGUV (Hrsg.): DGUV Empfehlungen, 2. Auflage September 2024, Empfehlung „Silikogener Staub“ (E SIS), Fassung Januar 2022, S. 566–610.
Rechtsgrundlagen: ArbMedVV, GefStoffV, MuSchG, ArbSchG, ASiG, DGUV Vorschrift 2.
Technische Regeln: TRGS 559, 906, 910, 900, 400/401/402, 500/555. AMR 2.1, 6.3, 11.1.
Fachliteratur: DGUV Quarzreport, Falkensteiner Empfehlung, Reichenhaller Empfehlung, ILO-Klassifikation 2011/2022, ICOERD, AWMF S2k-Leitlinie BK 4101, Merkblätter BK 4101/4102/4111/4112.
Die IAAI Arbeitssicherheit GmbH ist Ihr externer arbeitsmedizinischer und sicherheitstechnischer Dienst — vom Steinmetz-Familienbetrieb über den Tunnelbau-Generalunternehmer bis zur Eisengießerei. Wir betreuen über 80 Branchen mit Betriebsärzten und Fachkräften für Arbeitssicherheit. Vorsorgekartei digital inkl. DGUV-Vorsorge-Anmelde-Workflow, Spirometrie-Reminder und Fristerinnerungen.
Beratungsgespräch anfragenStand: 12. April 2026 · IAAI Arbeitssicherheit GmbH · Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Maßgeblich sind die in Abschnitt 10 genannten Quellen.
Auf einen Blick: Wer mit silikogenem Staub umgeht — Quarzfeinstaub aus Naturstein, Beton, Klinker, Gießerei-Sanden oder Schamottauskleidungen — fällt unter die arbeitsmedizinische Pflicht- oder Angebotsvorsorge nach ArbMedVV (DGUV E SIS). Quarzfeinstaub ist krebserzeugend Kategorie 1A (TRGS 906). Schutzziel: Früherkennung von Silikose, Lungenkrebs (BK 4112), staubbedingter COPD (BK 4111) sowie Tuberkulose-Risikobeobachtung. Nach Ende der Tätigkeit besteht Anspruch auf nachgehende Vorsorge über das DGUV-Portal — wegen Latenzen von 15+ Jahren bis zur Silikose-Manifestation.
Die Quarzstaub-Vorsorge ist die arbeitsmedizinische Vorsorge für alle Beschäftigten, die gegenüber silikogenem Staub exponiert sind. Sie ist im DGUV-Empfehlungswerk unter dem Kürzel E SIS geregelt (Fassung Januar 2022) und in die ArbMedVV-Systematik aus Pflicht-, Angebots-, Wunsch- und nachgehender Vorsorge eingebettet. Schutzziel ist die Früherkennung quarzstaubbedingter Erkrankungen — primär die Silikose, staubbedingte COPD/Emphysem sowie Lungenkrebs bei nachgewiesener Silikose.
Silikogener Staub bezeichnet alveolengängigen A-Staub mit kristallinem Siliziumdioxid (SiO₂) — in den Modifikationen Quarz, Cristobalit oder Tridymit. Bereits 1–2 Massen-% Quarzgehalt im A-Staub können eine silikogene Wirkung haben. Der Beurteilungsmaßstab nach TRGS 559 liegt bei 0,05 mg/m³ A-Staub-Quarzanteil (50 µg/m³).
Wirtschaftliche Schwerpunkte: Steinmetz-/Natursteinbetriebe, Bauwirtschaft, Tunnel-/Stollenbau, Eisen-/Stahlgießereien, Keramik-/Glasindustrie, Zahntechnik.