Baustellen gehören zu den lautesten Arbeitsplätzen überhaupt. Presslufthämmer, Rammgeräte und schwere Maschinen erzeugen Schallpegel von über 100 Dezibel – weit jenseits der gesundheitlich unbedenklichen Grenze. Was viele Arbeitgeber unterschätzen: Lärm ist nicht nur lästig, sondern ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko mit klaren gesetzlichen Vorgaben.
Gesundheitliche Folgen von Baulärm
Dauerhafter Lärm am Arbeitsplatz schädigt nicht nur das Gehör. Ab einem Tages-Lärmexpositionspegel von 80 dB(A) steigt das Risiko für lärmbedingten Hörverlust signifikant an. Die Lärmschwerhörigkeit zählt seit Jahren zu den häufigsten anerkannten Berufskrankheiten in Deutschland.
Neben der direkten Gehörschädigung verursacht chronische Lärmbelastung extraaurale Effekte: erhöhter Blutdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme und eine messbare Erhöhung des Cortisolspiegels. Auf Baustellen kommt hinzu, dass Warnsignale bei hoher Lärmbelastung überhört werden – ein relevanter Unfallrisikofaktor.
Presslufthammer: 100–110 dB(A) · Kreissäge: 95–105 dB(A) · Rüttelplatte: 90–100 dB(A) · Betonmischer: 80–90 dB(A) · Normales Gespräch: 60 dB(A)
Eine Verdopplung des Schalldrucks entspricht einer Erhöhung um nur 3 dB. Das bedeutet: 93 dB sind doppelt so laut wie 90 dB – und doppelt so schädlich für das Gehör.