Service · ArbSchG & ArbStättV

Sichere Homeoffice-Betreuung nach deutschem Arbeitsschutzrecht

Arbeitsmedizinische und arbeitsschutzrechtliche Betreuung für Remote- und Hybrid-Teams. Von der Gefährdungsbeurteilung bis zur digitalen Unterweisung – komplett, normkonform und praktisch.

Warum spezialisierte Homeoffice-Betreuung wichtig ist

Remote- und Homeoffice-Arbeit ist längst Realität in deutschen Unternehmen. Doch viele Arbeitgeber unterschätzen ihre Verantwortung: Der Arbeitsschutz endet nicht an der Betriebsstätte. Nach dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) müssen Arbeitgeber auch für Homeoffice-Arbeitsplätze Gefährdungen beurteilen, Schutzmaßnahmen einleiten und Mitarbeitende unterweisen.

Unsere spezialisierte Betreuung schließt diese Lücke: Wir unterstützen Sie bei der arbeitsmedizinischen und arbeitsschutzrechtlichen Compliance im Homeoffice, von der Gefährdungsbeurteilung über die Ergonomie-Optimierung bis zur digitalen Unterweisung und Unfallversicherung.

Telearbeit vs. mobiles Arbeiten

KriteriumTelearbeit (§ 2 Abs. 7 ArbStättV)Mobiles Arbeiten
DefinitionFest eingerichteter Arbeitsplatz im PrivathaushaltFlexible Arbeit von wechselnden Orten
RegelmäßigkeitVereinbarte wöchentliche Arbeitszeit und Dauer der Einrichtung (§ 2 Abs. 7 ArbStättV)Unregelmäßig, gelegentlich
Hauptpflichten AGVollständige Gefährdungsbeurteilung, Ergonomie-AuditGefährdungsbeurteilung und Unterweisung (ArbSchG gilt voll)
DokumentationSchriftliche Vereinbarung, GefährdungsbeurteilungRichtlinie mit Sicherheitsbelehrung
ZutrittNur mit Einwilligung bzw. vertraglicher Vereinbarung (Art. 13 GG)Begrenzte Möglichkeiten

Arbeitgeberpflichten nach ArbSchG

§ 3 ArbSchG: Verantwortung

  • Sichere und gesundheitsgerechte Arbeit auch im privaten Umfeld
  • Bereitstellung von Schutzmaßnahmen und Arbeitsmitteln
  • Regelmäßige Überprüfung der Wirksamkeit

§ 5 ArbSchG: Gefährdungsbeurteilung

  • Gefährdungen systematisch erfassen
  • Ergebnis dokumentieren (§ 6 ArbSchG)
  • Schutzmaßnahmen ableiten
  • Bei maßgeblichen Änderungen aktualisieren

§ 12 ArbSchG: Unterweisung

  • Sichere Nutzung von Bildschirmen und Arbeitsmitteln
  • Ergonomie und Bewegungspausen
  • Datenschutz und IT-Sicherheit
  • Notfallmaßnahmen, Meldeweg

Remote-Gefährdungsbeurteilung Schritt für Schritt

  1. Arbeitsplatz-Audit: Erfassung der physischen Ausstattung per Vor-Ort-Termin oder Foto/Video.
  2. Ergonomie-Bewertung nach ArbStättV Anhang Nr. 6.
  3. Psychische Belastung nach § 5 Abs. 3 ArbSchG.
  4. IT-Sicherheit & Datenschutz nach BSI/DSGVO.
  5. Dokumentation & Maßnahmenplan mit Verantwortlichkeiten.

Ergonomie im Homeoffice

  • ArbStättV Anhang Nr. 6: Mindestanforderungen für Bildschirmarbeitsplätze
  • Beleuchtung und Raumklima: Für Telearbeitsplätze gelten nach § 1 Abs. 4 ArbStättV nur §§ 3, 6 und Anhang Nr. 6; als Orientierung dienen ASR A3.4 (Büro 500 lx) und ASR A3.5 (sitzende leichte Tätigkeit mind. 20 °C).
  • Bewegungspausen: alle 60 Minuten 5–10 Minuten

Praktische Maßnahmen: Höhenverstellbare Schreibtische, ergonomische Stühle, externe Bildschirme/Tastaturen, Equipment-Budget.

Digitale Unterweisung

  • Ergonomie am Homeoffice-Arbeitsplatz
  • Bildschirm-Arbeit und Pausenregeln
  • Unfallmeldung und Absprachen zu Kontrollen (nur mit Einwilligung)
  • IT-Sicherheit und Datenschutz
  • Psychische Gesundheit, Work-Life-Balance

Format: Interaktive Video-Module, digitale Checklisten, mehrsprachig, mit automatischer Dokumentation.

Unfallversicherung und DSGVO

Unfallversicherung

Beschäftigte im Homeoffice sind bei der versicherten Tätigkeit über die BG/Unfallkasse im gleichen Umfang versichert wie auf der Unternehmensstätte (§ 8 Abs. 1 SGB VII). Auch Wege vom Homeoffice zur Kinderbetreuung sind versichert (§ 8 Abs. 2 Nr. 2a SGB VII).

DSGVO

  • AVV nach Art. 28 DSGVO bei externen Dienstleistern
  • Datensparsamkeit – keine Videoüberwachung im Privathaushalt
  • Audits: Fotos/Videos nur mit Einwilligung
  • Speicherdauer: Beurteilung aufbewahren, Fotos löschen sobald möglich

Psychische Belastung und Mutterschutz

Psychische Belastung

  • Isolation, Mangel sozialer Kontakte
  • Dauererreichbarkeit, verschwommene Grenzen
  • Selbstorganisation
  • Zoom-Fatigue, technische Probleme
  • Haushaltsstress

Mutterschutz im Homeoffice

  • Gefährdungsbeurteilung nach § 10 MuSchG
  • Risiken: längeres Sitzen, Ergonomie, Leistungsdruck
  • Maßnahmen: Optimierte Ergonomie, Pausen, flexible Arbeitszeiten, Stillzeiten
  • Die Frau soll ihre Schwangerschaft mitteilen (§ 15 MuSchG) – danach muss der AG handeln und dokumentieren

Häufig gestellte Fragen

1. Ab wann ist eine Gefährdungsbeurteilung nötig?

Sobald Arbeitnehmer regelmäßig von zu Hause aus arbeiten (Telearbeit), ist sie Pflicht.

2. Kann der Mitarbeitende selbst prüfen?

Bei mobiler Arbeit ja per Selbstbericht. Bei Telearbeit ist mindestens digitale Überprüfung sinnvoll.

3. Muss der AG die Ausstattung bezahlen?

Grundsatz: zu Lasten des Arbeitgebers. Üblich: Equipment-Budget 500–1.000 €.

4. Was, wenn keine digitale Unterweisung möglich ist?

Präsenz-Einweisung im Büro als Alternative. Immer dokumentieren.

5. Wie oft aktualisieren?

Bei maßgeblichen Änderungen der Arbeitsbedingungen; eine regelmäßige Überprüfung, z. B. jährlich, wird empfohlen.

Mit uns zur rechtssicheren Homeoffice-Betreuung

Wir begleiten Sie durch die Gefährdungsbeurteilung, entwickeln digitale Schulungskonzepte und stellen sicher, dass Ihr Setting ArbSchG-, ArbStättV- und DSGVO-konform ist.