Arbeitsmedizin

Führungskräfte-Check: Prävention & Executive Health

Von CompDocs RedaktionApril 20268 Min. Lesezeit
Führungskräfte-Check: Betriebsarzt und Manager

Führungskräfte tragen hohe Verantwortung — für ihr Unternehmen, ihre Teams und täglich für hunderte von Entscheidungen. Chronischer Stress, lange Arbeitszeiten und unregelmäßige Lebensweise erhöhen das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, metabolische Störungen und psychische Erschöpfung erheblich. Der betriebsärztliche Führungskräfte-Check setzt hier an: präventiv, umfassend und individuell auswertend.

Was ist der betriebsärztliche Führungskräfte-Check?

Der Führungskräfte-Check ist eine freiwillige, betriebsärztlich begleitete Ganzkörper-Vorsorgeuntersuchung, die speziell auf die Belastungsprofile von Führungskräften, leitenden Angestellten und hochbelasteten Fachkräften zugeschnitten ist. Sie geht weit über den gesetzlichen Basis-Check-up (§ 25 SGB V) hinaus und kombiniert umfassende Labordiagnostik, apparative Untersuchungen, psychologisches Screening und eine individuelle ärztliche Auswertung mit konkreten Handlungsempfehlungen.

Rechtsgrundlage
Der Führungskräfte-Check ist eine freiwillige Wunschvorsorge gemäß § 11 ArbMedVV (Arbeitsmedizinische Vorsorgeverordnung) in Verbindung mit § 3 ASiG. Arbeitgeber können und sollten diese Leistung als betriebliche Gesundheitsförderung anbieten. Die ärztliche Schweigepflicht gilt uneingeschränkt — der Arbeitgeber erhält keine medizinischen Details.

Für Führungskräfte & Mitarbeitende

CompDocs bietet den individuellen Check-up in zwei Paketen an — abgestimmt auf die unterschiedlichen Belastungsprofile und Bedürfnisse im Unternehmen.

Für Mitarbeitende

Basis Check-up

Umfassende Präventionsuntersuchung für alle Beschäftigten. Erkennt Risiken frühzeitig und fördert nachhaltig die Gesundheit.

  • Großes Blutbild (24+ Parameter)
  • Herz-Kreislauf-Diagnostik
  • Ruhe-EKG
  • Lungenfunktion
  • Sehtest & Hörtest
  • Blutdruck, BMI, Körpergewicht
  • Ärztliches Beratungsgespräch
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Für Führungskräfte

Executive Check-up Premium

Das Vollprogramm für Entscheider mit erweitertem Labor, Ultraschall, Sportmedizin und psychologischem Screening.

  • Alles aus Basis-Check-up
  • Erweitertes Labor (40+ Parameter)
  • Ultraschall Herz, Organe, Gefäße
  • Sportmedizin & Atemgasanalyse
  • Burnout- & Stressscreening
  • Individuelle Genanalyse (optional)
  • Persönliches Gesundheitsportfolio
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Umfassende Labordiagnostik

Das Herzstück des Führungskräfte-Checks ist ein erweitertes Laborprofil weit über Standardwerte hinaus. Alle Proben werden nüchtern abgenommen (mindestens 10 Stunden Nahrungskarenz). Die Auswertung erfolgt kontextualisiert im Gesamtbild des individuellen Risikoprofils.

1. Blutbild & Hämatologie

ParameterKlinische Bedeutung
Großes Blutbild (Ery, Leuko, Thrombo, Hb, Hkt, MCV, MCH, MCHC)Anämie, Infekte, Blutungsneigung, myeloische Erkrankungen
DifferentialblutbildImmunstatus, chronische Entzündung, Leukämiescreening
RetikulozytenKnochenmarkaktivität, Therapieansprechen

2. Kardiovaskuläres Risikoprofil

ParameterKlinische Bedeutung
Gesamt-Cholesterin, LDL, HDL, non-HDLAtheroskleroserisiko, Therapieziel-Überwachung
Triglyzeride (nüchtern)Metabolisches Syndrom, Pankreatitisrisiko
Lipoprotein(a)Genetisch erhöhtes kardiovaskuläres Risiko, nicht durch Lifestyle modifizierbar
Apolipoprotein B (ApoB)Besserer kardiovaskulärer Prädiktor als LDL laut ESC-Leitlinien 2023
hsCRP (hochsensitiv)Gefäßentzündung, kardiovaskuläres Restrisiko
HomocysteinEndothelschäden, Arterioskleroserisiko, Vitamin-B-Mangel-Marker

3. Glukosestoffwechsel & Diabetes-Screening

ParameterKlinische Bedeutung
HbA1c3-Monats-Blutzuckermittel — Prädiabetes- und Diabetesdiagnose
NüchternblutzuckerAktueller Glukosewert, Erkennung von IFG (impaired fasting glucose)
Nüchterninsulin & HOMA-IRInsulinresistenz — Frühindikator für metabolisches Syndrom

4. Leber-, Nieren- & Stoffwechselwerte

ParameterKlinische Bedeutung
GPT/ALT, GOT/AST, GGT, AP, Bilirubin gesamtLeberfunktion, NAFLD, Alkohol, Medikamenten-Hepatotoxizität
Albumin, Cholinesterase (CHE)Lebersyntheseleistung, Ernährungsstatus
Kreatinin, eGFR (CKD-EPI)Nierenfunktion, frühe Niereninsuffizienz
Cystatin CSensitiverer Nierenmarker, unabhängig von Muskelmasse
HarnsäureGichtrisiko, unabhängiger kardiovaskulärer Risikomarker

5. Schilddrüse

ParameterKlinische Bedeutung
TSH basalScreening Hypo-/Hyperthyreose — Standardparameter
fT3, fT4Freie Hormone bei pathologischem TSH oder Symptomen
TPO-AK, Tg-AKAutoimmunthyreoiditis (Hashimoto), oft jahrelang asymptomatisch

6. Mikronährstoffe, Vitamine & Stressmarker

ParameterKlinische Bedeutung
25-OH-Vitamin DImmunfunktion, Fatigue, Muskelkraft, Knochen — Mangel sehr häufig
Vitamin B12 (Holo-Transcobalamin)Früherer Mangelindikator als Serum-B12, Nervengesundheit, Kognition
Folat (Folatsäure)Homocystein-Metabolismus, Zellregeneration, neurologische Funktion
FerritinEisenspeicher — häufige Ursache für Erschöpfung auch bei normalem Blutbild
Magnesium, Zink, SelenStressresilienz, Immunfunktion, antioxidativer Schutz
Cortisol (8 Uhr morgens)HPA-Achsen-Dysregulation, chronischer Stress, Burnout-Marker
DHEA-SAdrenale Reserve, Gegenspieler zu Cortisol, Anti-Aging-Indikator
PSA (Männer ≥ 40 Jahre)Prostata-Screening als individueller Basiswert
Urindiagnostik: Urinstatus (Streifen + Sediment), Albumin/Kreatinin-Ratio (frühe Nephropathie, Endothelschäden), ggf. Osmolarität.

Körperliche & Apparative Untersuchungen

Neben der Labordiagnostik umfasst der Check eine vollständige internistische Untersuchung sowie standardisierte Gerätediagnostik. Diese liefert Befunde, die im Labor nicht sichtbar sind — insbesondere kardiovaskuläre Funktionsstörungen und pulmonale Einschränkungen.

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Herz-Kreislauf
  • Blutdruck beidarmig, Ruhepuls, SpO₂
  • 12-Kanal-Ruhe-EKG (Rhythmus, Ischämie, QTc)
  • Ergometrie / Belastungs-EKG bis Ausbelastung
  • 24h-Blutdruckmessung (ABDM) optional
🫔
Lunge & Atmung
  • Spirometrie (FVC, FEV1, Tiffeneau-Index)
  • Diffusionskapazität (DLCO) bei Verdacht
  • SpO₂ in Ruhe und Belastung
📊
Körperzusammensetzung
  • Gewicht, Größe, BMI
  • Taillenumfang (viszerales Fettrisiko)
  • Bioelektrische Impedanzanalyse (BIA): Körperfett, Muskelmasse, Phasenwinkel, Wasserhaushalt
👁️
Sinnesorgane
  • Sehtest: Visus nah/fern, Farbsehen, Kontrastsehen
  • Tonaudiometrie 500–8.000 Hz (lärmbedingter Frühschaden)
Ergometrie Belastungs-EKG beim Führungskräfte-Check

Ultraschall-Diagnostik & Sportmedizin

Der Executive Check-up Premium ergänzt die Standarddiagnostik um bildgebende Verfahren und sportmedizinische Messungen — Untersuchungen, die beim Hausarzt nicht im Leistungsumfang enthalten sind.

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Herz-Echo (Echokardiographie)
  • Herzgröße, Wanddicke, Klappenfunktion
  • Ejektionsfraktion (Pumpfunktion)
  • Frühdiagnose: Kardiomyopathie, Klappenvitien
🩸
Gefäßsonographie
  • Halsschlagadern inkl. Intima-Media-Dicke
  • Aorta abdominalis (Aneurysma-Screening)
  • Beckenarterien mit Farbdoppler
🫔
Ultraschall Innere Organe
  • Leber, Gallenblase, Pankreas, Milz, Nieren
  • Schilddrüse (Volumen, Knoten)
  • Prostata (Mann, transabdominal)
🏋️
Sportmedizin & Spiroergometrie
  • Atemgasanalyse unter Belastung
  • VO₂max — stärkster Langlebigkeitsprädiktor
  • Individuelle Trainingszonen (aerob/anaerob)
  • Persönlicher Trainingsplan
Stuhluntersuchung (Darmkrebsprävention): Calprotectin, okkultes Blut (iFOBT), Mikrobiomdiversität (optional). Ab 45 Jahren besonders empfohlen.

Psychische Gesundheit & Burnout-Screening

Führungskräfte sind überdurchschnittlich gefährdet für psychische Erschöpfung — bei gleichzeitig erhöhter Hemmschwelle, Hilfe zu suchen. Das Screening erfolgt vertraulich, strukturiert und ohne Weitergabe an den Arbeitgeber.

InstrumentWas wird gemessen?
Maslach Burnout Inventory (MBI)Emotionale Erschöpfung, Depersonalisation, reduzierte Leistungsfähigkeit
12-Phasen-Burnout-Modell (Freudenberger)Stadium der Erschöpfungsspirale, Handlungsdringlichkeit
PHQ-9 (Patient Health Questionnaire)Depressionsschwere, Suizidalitäts-Screening
GAD-7Generalisierte Angststörung, Anspannungsniveau
PSQI (Pittsburgh Sleep Quality Index)Schlafqualität, Einschlaf-/Durchschlafprobleme
PSQ (Perceived Stress Questionnaire)Subjektive Stressbelastung, Coping-Ressourcen
AVEM (Arbeitsbez. Verhaltens- und Erlebensmuster)Risikotyp A (Overcommitment) oder B (Resignation) erkennen
Wichtig: Die ärztliche Schweigepflicht gilt absolut. Kein Screeningergebnis wird an den Arbeitgeber weitergegeben. Bei klinisch relevantem Befund erfolgt ein vertrauliches Gespräch mit konkreten Unterstützungsangeboten und ggf. Vermittlung von Fachpsychiatern oder -psychotherapeuten.

Optionale Zusatzmodule

Über den Standard-Check-up hinaus können individuell Zusatzmodule gebucht werden. Alle Module können in der Regel am selben Untersuchungstag durchgeführt werden — keine erneute Anreise notwendig. Häufig stellt der Arbeitgeber ein Budget für Zusatzleistungen bereit.

🧠
Mentale Gesundheit

AVEM-Stresstest, Herzfrequenzvariabilität (HRV), Biofeedback, Cortisol & DHEA, mentale Leistungsfähigkeitstest (5 Aufgaben). Umfassende Stressrisikoanalyse mit Coachingempfehlung.

🫶
Rückengesundheit

Wirbelsäulenvermessung mit MediMouse® (strahlungsfrei), Functional Movement Screen — Mobilität, Stabilität, Bewegungsmuster. Individuelles Korrekturübungsprogramm.

Healthy Longevity

epiAge-Test (biologisches Alter via DNA-Methylierung), Genanalyse, Handkraft & Beinkraft (Langlebigkeitsprädiktoren), Stoffwechsel-Check (Ruheumsatz, Fett-/KH-Verbrennung), Biomarker-Panel.

♀️♂️
Gendersensible Prävention

Sexualhormonstatus (Testosteron, Östradiol, FSH/LH), Osteoporose-Check (OsteoTest, strahlenlos), Mundgesundheit (PerioSafe-Biomarkertest auf Parodontitis), genderspezifische Beratung.

📱
Systemisches Coaching

Online oder Präsenz: 1:1-Begleitung durch zertifizierten Coach bei erhöhtem Stressbefund. Ziele: Stressprävention, Selbstmanagement, Burnout-Prophylaxe.

🔄
Follow-up

Verlaufskontrolle zwischen den jährlichen Check-ups: BIA-Messung (Muskel-/Fettmasse), Trainingsplan-Anpassung, gezielte Laborkontrollen auf Basis der Vorwerte.

Ärztliche Auswertung & Individuelle Empfehlungen

Der Wert des Führungskräfte-Checks liegt nicht in den Laborwerten selbst, sondern in ihrer ärztlich kontextualisierten Auswertung. Der Betriebsarzt erstellt auf Basis aller Befunde ein persönliches Gesundheitsportfolio mit konkreten, priorisierten Handlungsempfehlungen.

01
Risikostratifizierung

Kardiovaskuläres 10-Jahres-Risiko nach ESC SCORE2, metabolisches Syndrom nach IDF-Kriterien, Burnout-Risikotyp, Nierenfunktionsklasse (CKD-Staging).

02
Persönliches Gesundheitsportfolio

Alle Befunde zusammengeführt in einem verständlichen Bericht mit Ampelbewertung, Trendvergleich (bei Folgeuntersuchungen) und Prioritätenliste.

03
Konkrete Lebensstilempfehlungen

Ernährung (mediterrane Diät, Intervallfasten, Proteinöptimierung), Bewegung (HIIT vs. Ausdauer nach Befund), Schlafoptimierung, Stressmanagement-Strategien.

04
Facharzt-Vermittlung & Follow-up

Bei Bedarf direkte Koordination zu Kardiologen, Endokrinologen, Schlafmedizinern oder Psychiatern. Strukturierter Follow-up-Plan mit Wiedervorstellungsintervallen je nach Risikoprofil.

Empfohlene Intervalle:
• Niedriges Risiko (alle Parameter unauffällig): alle 2 Jahre
• Mittleres Risiko (einzelne Grenzwerte): jährlich
• Erhöhtes Risiko (multiple Risikofaktoren): halbjährlich + gezielte Verlaufskontrollen

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Bieten Sie Ihren Schlüsselkräften mehr als den gesetzlichen Mindeststandard. Der CompDocs Führungskräfte-Check ist bundesweit verfügbar — entweder in unseren Partnerzentren oder als mobile Lösung direkt in Ihrem Unternehmen. Individuelle Pakete, vertrauliche Auswertung, fachkundige Begleitung.

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