Gesundheitswesen

Betriebsarzt und Arbeitssicherheit für ambulante Pflegedienste

Ihre Teams sind unterwegs, Ihre Zeit ist knapp. Wir betreuen ambulante Dienste bundesweit nach DGUV Vorschrift 2 in der BGW-Fassung 2026: Erstvorsorge und Erstbegehung vor Ort, Sprechstunden und Unterweisungen digital, wo es zulässig ist.

Betreuung nach den Vorgaben Ihrer Berufsgenossenschaft (DGUV Vorschrift 2)

Betreuung nach DGUV Vorschrift 2 in der Fassung der BGW

Diese Einrichtungen betreuen wir gemeinsam mit der IAAI Arbeitssicherheit GmbH

Salus Gesundheitszentrum Bad Reichenhall
Panorama Fachklinik Scheidegg
Medical Park Loipl
Malteser
AKB Pflegezentrum Hamburg
Seniorenpflegezentrum Am Kottmar Eibau
Heiliggeist-Spital-Stiftung Schongau
Ambulanter Pflegedienst Hand in Hand
Care at Home Ahlen
Pflegedienst Günther Andernach
Vital Ambulanter Pflegedienst Schleswig
Sentacura Berlin

Welche Betreuungsform passt zu Ihrem Dienst?

Seit 01.06.2026 gilt bei der BGW eine neue DGUV Vorschrift 2. Ambulante soziale Dienste (WZ 88.10.1) gehören zur Gruppe III. Für Sie gibt es drei Wege:

BeschäftigteBetreuungsformWas das heißt
bis 20Regelbetreuung nach Anlage 1 (bisher bis 10)Keine festen Einsatzzeiten. Betriebsarzt und Sifa unterstützen bei der Gefährdungsbeurteilung und kommen bei Anlässen, zum Beispiel Schwangerschaft, Hygieneplan, Umstellung des Schichtsystems oder aggressivem Verhalten von Pflegebedürftigen.
mehr als 20Regelbetreuung nach Anlage 2Grundbetreuung von 0,5 Stunden je Beschäftigtem und Jahr, davon mindestens je 20 % für Betriebsarzt und Sifa, plus betriebsspezifische Betreuung.
bis 50wahlweise alternative Betreuung nach Anlage 3 (Unternehmermodell)Sie als Inhaberin oder Inhaber absolvieren Motivations- und Informationsmaßnahmen innerhalb von zwei Jahren und bilden sich danach regelmäßig fort. Dazu kommt anlassbezogene Betreuung durch Betriebsarzt oder Sifa.

Gezählt wird anteilig: Teilzeitkräfte bis 20 Wochenstunden zählen mit 0,5, bis 30 Stunden mit 0,75, darüber mit 1,0. Maßgeblich ist der Jahresdurchschnitt (§ 2 Abs. 5 DGUV Vorschrift 2). Ein Dienst mit vielen Teilzeitkräften kann deshalb unter einer Grenze liegen, obwohl er mehr Köpfe hat.

Einsatzzeiten berechnen

Ihre Pflichten im Überblick

PflichtRechtsgrundlageWas das im ambulanten Dienst bedeutet
Betriebsarzt und Sifa bestellenASiG, DGUV Vorschrift 2Je nach Größe Anlage 1, 2 oder 3 (siehe oben).
Gefährdungsbeurteilung§ 5 ArbSchGEinschließlich psychischer Belastung. Im ambulanten Dienst gehören Fahrten und Wege, Alleinarbeit in Privathaushalten, wechselnde Einsatzorte und Gewalt dazu.
Mutterschutz-Gefährdungsbeurteilung für jede Tätigkeit§ 10 MuSchGAnlassunabhängig, auch wenn gerade keine Schwangere beschäftigt ist.
Pflichtvorsorge InfektionsgefährdungArbMedVV Anhang Teil 2 Abs. 1 Nr. 3 cDie Pflicht gilt für Einrichtungen zur Pflege von Menschen. Erreger: Pertussis, Hepatitis A, Masern, Mumps, Röteln, bei Kontakt mit Körperflüssigkeiten in größerem Umfang Hepatitis B und C.
Vorsorge bei FeuchtarbeitArbMedVV Anhang Teil 1Pflicht ab regelmäßig vier Stunden je Tag, Angebot ab regelmäßig mehr als zwei Stunden.
Impfangebot§ 6 Abs. 2 ArbMedVVBei tätigkeitsbedingt erhöhtem Infektionsrisiko.
Schutz vor StichverletzungenTRBA 250 (Ausgabe 11/2025)Körpernahe Pflege wie Waschen, Windelwechsel und Mundpflege fällt unter Schutzstufe 2. Sicherheitsgeräte, Recapping-Verbot, Meldung von Nadelstichverletzungen.
Lastenhandhabung§§ 2, 4 LasthandhabVAuch in Privathaushalten zu beurteilen, in denen Hilfsmittel fehlen können.
Arbeitsschutzausschuss§ 11 ASiGAb mehr als 20 Beschäftigten, mindestens vierteljährlich.

Ergänzend: Ambulante Pflegedienste dürfen nach § 35 Abs. 2 IfSG den Impf- und Serostatus ihrer Beschäftigten verarbeiten. Nachtarbeitnehmer haben ein Untersuchungsrecht nach § 6 Abs. 3 ArbZG.

Was Ihr Paket für den ambulanten Dienst enthält

  • Betreuung passend zur Größe: Anlage 1, Anlage 2 oder Begleitung im Unternehmermodell. Wir prüfen mit Ihnen, welche Form für Ihren Dienst die richtige ist.
  • Gefährdungsbeurteilung für unterwegs: Fahrten und Wege, Alleinarbeit, Gewalt in Privathaushalten (DGUV Information 207-025), Patiententransfer ohne Hilfsmittel, Hautschutz.
  • Vorsorge: Infektionsgefährdung E INF (ehem. G 42) und Gefährdung der Haut E GHA (ehem. G 24), Fristen nach AMR 2.1, Impfangebot und Immunstatus.
  • Mutterschutz: Gefährdungsbeurteilung für jede Tätigkeit und ein Ablauf für den Tag der Schwangerschaftsmeldung.
  • TRBA 250: Nadelstich-Prozess, Sicherheitsgeräte, Hautschutzplan.
  • Digitale Anteile: Sprechstunden und Unterweisungen über digitale Kanäle, soweit DGUV Vorschrift 2 und AMR 3.4 das zulassen. So müssen Ihre Teams seltener zusammenkommen.
  • Sicherheitstechnik: Ersthelfer, Brandschutz in den Büro- und Sozialräumen, Auswertung von Wege- und Arbeitsunfällen.

Preis der Grundbetreuung auf Anfrage, Orientierung unter /preise.

Haut und Infektion an einem Termin

Ihre Pflegekräfte sind tagsüber auf Tour. Deshalb legen wir die Vorsorgen Infektionsgefährdung E INF (ehem. G 42) und Gefährdung der Haut E GHA (ehem. G 24) auf einen gemeinsamen Termin in Ihren Räumen, abgestimmt auf Ihre Tourenplanung. Welche Beschäftigten welche Vorsorge brauchen, ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung.

  • Preis: 220 € je Beschäftigtem für beide Vorsorgen an einem Termin, die Summe der Einzelpreise (Gefährdung der Haut 100 €, Infektionsgefährdung 120 €).
  • Zuzüglich: Anfahrt sowie Labor nach Indikation.
  • Erstvorsorge in Präsenz: Die erstmalige Pflicht- oder Angebotsvorsorge im Betrieb findet nach AMR 3.4 vor Ort statt. Folgevorsorgen sind digital möglich, wenn das ärztlich vertretbar ist.

Ihre Prüfmappe für MD, Gesundheitsamt und Arbeitsschutzbehörde

Seit 2026 müssen die Arbeitsschutzbehörden jährlich mindestens 5 % der Betriebe besichtigen. Wir führen Ihre Nachweise digital:

  • Gefährdungsbeurteilung einschließlich Wege, Alleinarbeit, psychischer Belastung und Mutterschutz
  • Vorsorgekartei mit Fristen
  • Nachweise über Impfangebote
  • Unterweisungsnachweise, auch für digital unterwiesene Beschäftigte
  • bei Anlage 3: Nachweise über Ihre Fortbildung im Unternehmermodell
  • Bericht nach § 5 DGUV Vorschrift 2 mit Dokumentation des digitalen Anteils

So starten wir in vier Schritten

  1. Erstgespräch: per Telefon oder Video. Wir zählen Ihre Beschäftigten nach § 2 Abs. 5 DGUV Vorschrift 2 und klären die Betreuungsform.
  2. Erstbegehung vor Ort: in Ihren Räumen, mit Blick auf Abläufe, Fahrzeuge und typische Einsätze. Die Erstbegehung ist Voraussetzung für digitale Betreuungsanteile.
  3. Betreuungsplan: Vorsorgetermine nach Tourenplan, Prioritäten für die Gefährdungsbeurteilung, Unterweisungsplan.
  4. Laufende Betreuung mit Bericht: Anlassbetreuung oder Grundbetreuung, Vorsorge nach Fristen, Bericht nach § 5 DGUV Vorschrift 2.

Ärztinnen und Ärzte, die Pflege aus eigener Erfahrung kennen

Wir setzen Doppelfachärztinnen und -ärzte mit unterschiedlichen Fachrichtungen ein. Unser Team kennt den Pflegealltag aus eigener Erfahrung und weiß, dass ein Vorsorgetermin in eine Tour passen muss. Die Betreuung in Pflege und Klinik erbringen wir gemeinsam mit der IAAI Arbeitssicherheit GmbH, einem eigenständigen Partnerunternehmen.

Besonderen Wert legen wir auf die hygienetechnische Beratung: Einige unserer Ärztinnen und Ärzte haben zusätzlich selbst im Gesundheitsamt Hygienebegehungen durchgeführt und kennen die Anforderungen daher auch aus Sicht der Überwachung.

Häufige Fragen

Braucht ein ambulanter Pflegedienst einen Betriebsarzt?

Ja. Jeder Arbeitgeber muss nach ASiG und DGUV Vorschrift 2 betriebsärztlich und sicherheitstechnisch betreut werden. Bei der BGW gehören ambulante Dienste zur Gruppe III. Bis 20 Beschäftigte gilt Anlage 1 ohne feste Einsatzzeiten, darüber die Grundbetreuung von 0,5 Stunden je Beschäftigtem und Jahr. Bis 50 Beschäftigte ist alternativ das Unternehmermodell möglich.

Wie funktioniert das Unternehmermodell nach Anlage 3?

Bei bis zu 50 Beschäftigten können Sie die alternative Betreuung wählen, wenn Sie aktiv ins Betriebsgeschehen eingebunden sind. Sie absolvieren Motivations- und Informationsmaßnahmen innerhalb von zwei Jahren und danach im Abstand von höchstens fünf Jahren Fortbildungen (mindestens 2 Lehreinheiten pro Jahr oder 6 in fünf Jahren). Dazu kommt bedarfsgerechte anlassbezogene Betreuung. Erfüllen Sie diese Pflichten nicht, gilt wieder die Regelbetreuung.

Wie werden Teilzeitkräfte gezählt?

Nach § 2 Abs. 5 DGUV Vorschrift 2 zählt der Jahresdurchschnitt. Teilzeitkräfte mit bis zu 20 Wochenstunden zählen mit 0,5, mit bis zu 30 Stunden mit 0,75, darüber mit 1,0.

Welche Vorsorge brauchen Pflegekräfte im ambulanten Dienst?

Bei regelmäßigem direktem Kontakt zu erkrankten oder krankheitsverdächtigen Personen ist die Vorsorge Infektionsgefährdung E INF (ehem. G 42) Pflicht, bei Kontakt mit Körperflüssigkeiten in größerem Umfang auch bezogen auf Hepatitis B und C. Bei Feuchtarbeit von regelmäßig vier Stunden oder mehr je Tag ist die Vorsorge Gefährdung der Haut E GHA (ehem. G 24) Pflicht, ab mehr als zwei Stunden muss sie angeboten werden.

Kann die Betreuung komplett digital laufen?

In der Regelbetreuung nicht. Dort sind bis zu einem Drittel der Leistungen digital zulässig, wenn der Betrieb durch eine Erstbegehung bekannt ist, unter weiteren Voraussetzungen bis 50 %. Im Unternehmermodell entscheiden Sie selbst über Art und Umfang der Telebetreuung. Die erstmalige Pflicht- oder Angebotsvorsorge im Betrieb findet nach AMR 3.4 in Präsenz statt.

Was gehört bei ambulanten Diensten in die Gefährdungsbeurteilung?

Neben den üblichen Themen vor allem Fahrten und Wege, Alleinarbeit, wechselnde Einsatzorte, Gewalt in Privathaushalten und Patiententransfer ohne Hilfsmittel. Psychische Belastung ist nach § 5 Abs. 3 Nr. 6 ArbSchG Pflichtbestandteil.

Ihr Angebot für den ambulanten Dienst

Nennen Sie uns Ihre Beschäftigtenzahl, gern mit Teilzeitanteil, und Ihren Standort. Wir sagen Ihnen, welche Betreuungsform passt, und schicken Ihnen ein Angebot.